Ein Wertebund – worum könnte es da gehen? Es geht um eine Standortbestimmung, um die Frage, ob das, was da durch die Menschen in allen Lebensbereichen an Realität geschaffen wurde und wird, stimmig, sinnvoll und zukunftsfähig ist.  Regelmässig wiederkehrende Wirtschafts- und Finankrisen, sowie gesellschaftliche Zusammenbrüche und Fehlentwicklungen sind Ausdruck einer vernachlässigten Werteordnung. Nicht Gesetze, sondern Werte bilden das geistige Fundament eines Staates und einer Gesellschaft.

Wir haben in der Schweiz die einzigartige Konstellation, dass wir in einem System der direkten Demokratie haben und damit real mitbestimmen können. Könnten, muss es richtigerweise heissen, denn ein grosser Teil der „Bürger“ sind faul geworden, ärgern sich lieber über neue, unsinnige Vorschriften und befolgen diese, statt auch mal beherzt „Nein“ zu sagen und mit der berühmten „Zivilcourage“ aus der Welt schaffen zu helfen. Seit der Bundesrat in der Schweiz am 16. März 2020 die „aussergewöhnliche Lage“ ausgerufen hat, ist vieles in kurzer Zeit sehr anders geworden. Und die „ver“hängten Massnahmen und Verordnungen haben einen regelrechten Wirtschaftskollaps ausgelöst. Die wenigsten sind (Ende 2020) in der Lage, das Ausmass des volkswirtschaftlichen Schadens und die Konsequenzen der Regierungsmassnahmen zu erkennen. Trotzdem: Je schwerer die Krise, umso grösser die Chance, dass wirklich etwas Neues entstehen kann. Die Bevölkerung darf diese Chance nicht verschlafen. Sonst ist Aus und Schluss mit der Schweizer Demokratie.

Sie kennen vielleicht das „Bonmot“ des wiehernden Amtsschimmels. Dieses Wort ist eine Täuschung. Schimmel breitet sich überall dort aus, wo Dinge verwahrlost, verluderlicht und verliederlicht sind. Schimmel heisst Moder. Unsere institutionelle Schweiz kann davon genauso betroffen sein wie ein vernachlässigtes oder bedrängtes individuelles Leben. Und sie ist es.

Sehr wirkungsvoll funktioniert echte Mitsprache in der Wohngemeinde – sie kann zum Beispiel durch eine Wortergreifung an einer Gemeindeversammlung geltend gemacht werden. Ein sehr einfaches Beispiel: Während der ungehemmte Bau von Antennen heute von vielen Bürgern als echte Bedrohung empfunden wird, gibt es Gemeinden, die dank dem Engagement ihrer Bürger per Volksentscheid den Bau solcher Antennenanlagen unterbunden oder einem Moratorium unterstellt haben. Das zeigt: Selber in die Handlung gehen ist immer erfolgreicher als sich über negative Entwicklungen zu ärgern und anderen die „Schuld“ in die Schuhe zu schieben.

Dass jeder Mensch seinem eigenen Leben gegenüber achtsam ist, ist eine gute Tugend. Denn ein auf individuellen Bedürfnissen, Wünschen und Zielen beruhendes Leben ist nur möglich, wenn die Menschen mit einer klaren Werteordnung ihrer Individualität ein Fundament geben und achtsam sind für Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Im Sinne einer Standortbestimmung ist es von Zeit zu Zeit sehr hilfreich, das eigene Wertefundament zu überprüfen, zu erneuern und damit zu pflegen. Eine solche Werteordnung sichert die Freiheit aller und schafft die Grundlage für nachhaltig positives und konstruktives Zusammenleben. Die Uberprüfung der eigenen Werteordnung gehört zur Sozialhygiene eines jeden Bürgers eines staatlichen Konstrukts bzw. eines „völkerrechtlichen „Subjekts“.

In heutigen demokratisch organisierten Gesellschaftssystemen gibt es Volksvertreter, die – wie der Begriff es sagt – stellvertretend für die Bürger Regie(rungs)funktionen übernehmen. Ihre Zusicherungen vor den Wahlen müssen Wähler als bindende Absichtserklärungen werten dürfen – ansonsten eine Wahl wegen „Vortäuschung falscher Tatsachen“ als betrügerisch geahndet werden kann. Das Prinzip der Verhältnismässigkeit ist direkt gekoppelt  an die Werteordnung, zu der sich ein gesellschaftliches System in ihrer Verfassung bekennt.  Wer sich dann in der Ausübung einer durch eine öffentliche Wahl zugesprochenen Funktion gegenteilig zu seiner Absichtserklärung und gegenteilig zu den Grundwerten eines Staates verhält, verstösst gegen eine heiliges Prinzip – das Prinzip von Treu und Glauben und gegen ein unumstössliches Naturgesetzt, das Resonanzgesetz. Solche Verstösse sind Missachtungen des im tiefsten Bewusstsein des Menschen verankerten Willens zur Integrität. Sie wirken sich als Informationsstörung auf der psychischen und physische Ebene der Gesundheit bzw. der Vitalität des Menschen aus.

Die Geschichte zeigt, dass es in gesellschaftlichen und politischen Systemen immer wieder zu einseitigen Entwicklungen kommt. Das ist nicht alarmierend, sondern liegt in der Natur der Alterung und Erosionsanfälligkeit aller Dinge. Das höchste Entscheidungs- und Aufsichtsorgan sind die Gewährleister eines Staates, die „Bürger“ eines Landes. Sie müssen, zugunsten des Ganzen, im eigenen Interesse eines jeden „Bürgers“ und im Interesse der Zukunft der Jungen und Jüngsten,  von Zeit zu Zeit zwingend korrigiert werden – spätestens wenn sich aus Gründen vernachlässigter Achtsamkeit die Dinge zu einseitig zu Gunsten von wenigen und zu Ungunsten der Allermeisten entwickelt haben. Staatliche Gebilde – ob Gemeinde, Kanton oder Nationalstaat – können ihre Existenz langfristig nur aufrechterhalten, wenn sie sich einer solchen Korrektur bzw. Erneuerung unterziehen und wenn die Bürger ihre Pflichten und ihre Verantwortung gegenüber dem Staat wahrnehmen.

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